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Die Frau und die wilden Schwäne - Märchen u Matriarchat

     

Die Frau und die wilden Schwäne

 

Ein modernes Märchen

*(Ich hoffe, der Translator macht keinen Kauderwelsch.)

Farben besitzen in diesem Märchen eine hohe SymbolkraftLavina! Lavina! Immer wieder durchstieß die vor Angst bebende Stimme einer Frau das schreckliche Schwarz der wogenden Wasseroberfläche. Ihre Hand krallte sich noch fester in die Bordwand der Barke, als eine Welle ihr hart ins Gesicht schlug. Als sie ihre Augen wieder öffnete, war von dem großen Schiff nichts mehr zu sehen, vor dem das Kind sich an einem kleinen Schränkchen festgehalten hatte. Jetzt hatte das Meer alles verschluckt. Lavina! Der Blick der Frau glitt verzweifelt über die Wellen. Niemand, kein Mensch, kein Meer, und kein Gott schien ihre Schreie zu hören, die langsam mit dem Kind im Meer ertranken. Als ihr Rufen verstummt war, füllte ein bitteres Gebräu aus Angst und Schmerz ihre Brust. Eine alte Frau sagte weinend: „Die ist jetzt bei den Engeln im Himmel, und sie sieht dich, mein Kind. Sei leise.“ Die Frau sah in die glänzenden, unendlich traurigen Augen einer weißhaarigen alten Mutter. Aber sie hörte nichts. Sie hörte nicht einmal das hohe Summen, das durch ihre verzerrten, aufeinander gepressten Lippen drang. Sie fühlte nicht die Kälte, die sich durch ihre nassen, bestickten Kleider fraß, und sie fühlte nicht die heißen Tränen, die über ihre Wangen liefen. Ein unbarmherziger Angst-Schmerz hielt alles fest umschlungen, das in ihr lebte und atmete. So saß sie wie versteinert auf der Bordwand der Barke, und es schien so, als sei ihre Hand an der Bordwand festgefroren. Aber sie spürte es nicht. Sie sah und sie fühlte nicht die Hände, die an ihrem Arm zogen. Sie sah nicht die Hände der Ertrinkenden, die von der Bordwand glitten, und sie bemerkte nicht das Treten, das Herunterdrücken und das Zerren eines rücksichtslosen Todeskampfs namenloser Männer und Frauen. Als die Menschen, die keinen Platz auf der Barke fanden, ertrunken waren, beruhigte sich die boshafte See und der Himmel riss auf, und das warme Sonnenlicht spiegelte sich, wie von Künstlerhand gemalt, auf der nun ruhigen glänzenden Wasseroberfläche. Auch das Summen der Frau war verstummt. Eine beinahe idyllische Ruhe lag über der kleinen Barke mit den drei Frauen und den sieben Matrosen, die in ihrem Ölzeug in der Mitte des Boots saßen. (Text weiter lesen: Unter dem Video.)

Ohne Hoffnung und ohne Ziel trieb die kleine Barke mit der Frau in den bestickten, durchnässten Kleidern vor der unendlich weiten Kulisse des fernen Horizonts. Im Sonnenlicht glitzerte die Wasseroberfläche, unter der das Grab der Männer und Frauen lag, die gestern noch aßen und tranken, die scherzten und lebten. Und inmitten der Toten lag auch Lavina, die sich hoffnungsvoll an dem kleinen Schränkchen festgehalten hatte, bis sie das Rufen ihrer Mutter nicht mehr hören konnte. Gegenüber der Frau kauerte die alte Mutter auf dem Rand der Bordwand, und es schien, als ob sie die Frau mit ihren Blicken umarmte, so dass sie nicht, wie das Kind, im Meer versinken möge. Am Bug saß eine Frau, die sich Elysia nannte. Sie trug ein einfaches, schmales, an den Seiten geschlitztes Wollkleid, dessen safrangelbe Farbe wie Gold in der Mittagssonne glänzte. Darunter trug sie ungefärbte Kleider aus dünnem Nessel. Ihr langes Haar war grau und lockig. Sie trug es offen, was in dieser alten Zeit nicht üblich war. Sie saß am Bug wie eine Gallionsfigur. Es schien beinahe so, als würde sie an dem leichten Windhauch Gefallen finden, der mit ihren Locken spielte, wie ein Liebhaber, welcher das Haupt dieser geheimnisvoll anmutenden Frau liebkoste. Mit der Frau in Safran am Bug, und mit den beiden regungslosen Frauen auf der Backbordseite und auf der Steuerbordseite trieb das kleine Boot mit den Schiffbrüchigen seinem unheilvollen Schicksal entgegen. Das beklemmende Idyll fand ein jähes Ende, als unter den Männern in dem Ölzeug, die in der Mitte des Bootes saßen, eine Rauferei ausbrach. Einer von ihnen hatte der jungen Frau ein durchweichtes Stück Brot gestohlen, das sie in dem kleinen zinnoberroten Lederbeutel aufbewahrt hatte, den sie an einer silbernen Kette  bei sich trug, die an einem silbernen Gürtel befestigt war. Die Sonne hatte den Beutel getrocknet, und kleine Salzkristalle glänzten an seiner Oberfläche, wie Edelsteine auf einer kupfernen Kugel. Das Funkeln der Salzkristalle lenkte den Blick der Männer erneut auf den kleinen Beutel und auf die Silberkette. Da griffen gierige Hände hastig nach der Kette, die der jungen Frau in die Haut schnitt, als sie daran rissen. Den Beutel warfen sie verächtlich ins Wasser. Die junge Frau blickte auf die Vorderseite des Beutels, die oben trieb, bis er neben dem Boot versank.  Das mit Seidenfäden eingestickte Monogramm war alles, das in dieser Stunde noch an ihr Leben erinnert hatte: Ein großes S und ein großes E, Sylvia Elea. Später, so sollte es kommen, da würde sie sich Sylvia Elysia nennen. Aber noch hatte das traurige Schicksal der Schiffbrüchigen sich nicht vollendet. Es vollendete sich mit einem schrillen Schrei, mit dem die Frau in Safran zwischen die Männer in dem schaukelnden Boot fiel, bevor einer nach dem anderen über Bord ging. Elysia, die Frau im mit Safran gefärbten Kleid, hatte sich an den Ösen im Rumpf der Barke festgehalten, bis sie schließlich unter dem hohlen Rumpf des gekenterten Bootes wieder auftauchte.

 

Vor dem Horizont war in weiter Ferne die Silhouette einer hügeligen Landzunge zu erkennen, als die Abendsonne zinnoberrot im Meer versank. Der Kiel des Bootes wölbte sich über der im Abend-Licht purpurschimmernden Oberfläche der ruhigen See. Immer wieder versank der Kopf von Sylvia Elea unter den groben Männerhänden im Wasser, die sich, auf das Haupt der Frau stützend, auf den schmalen Kiel der kleinen Barke retten wollten. An Kraft war Sylvia Elea der alten Mutter überlegen. Und so kam es, dass bald nur noch die junge Frau auftauchte, bevor sie wieder und wieder unter Wasser getaucht wurde. Als sie fühlte, dass auch ihre Kräfte zu schwinden begannen, tauchte sie noch weiter ins Meer hinab. Da unten sie tat ein paar kräftige Schwimmzüge, bis das Verlangen nach Luft sie zwang, wieder aufzutauchen.

 

Nach ein paar tiefen Atemzügen wagte sie einen Blick zu der Barke, die sie bis hier hin über die Unendlichkeit des Meeres getragen hatte. Da sah sie fünf Männer, die dicht an dicht, rittlings auf dem schmalen Bug des Bootes saßen. Unter ihnen ertrank die Frau in den mit Safran gefärbten Kleidern im eisigen Wasser. Denn ihre vor Kälte erstarrten Hände konnte sie nicht mehr an den Ösen des sinkenden Bootes halten. Sie starb lautlos, während die Unglücks-Barke noch eine Weile still auf dem Meer stand. Schließlich versank sie mit den frierenden Männern. Die junge Frau aber bot all ihre Kräfte auf, und sie schwamm und schwamm. Und ihr Blick war stets auf die Landzunge am Ende des Horizonts gerichtet. Sie schwamm weiter, auch lange nachdem die Sonne schon untergegangen war. Nur das kleine Leuchten aus dem Fenster eines entlegenen Hauses wies ihr den Weg.  In dieser Nacht erblickte eine kleine Tochter einer armen Fischersfrau in einem kleinen Fischerhaus das Licht der Welt. Das Licht einer kleinen Tochter verschmolz mit dem Licht des Lebens einer elenden Frau. Es war eine elende Frau, die draußen auf dem Meer ihre Arme wieder und wieder streckte und beugte. Und sie wusste nicht, warum. Aber sie tat dennoch Zug um Zug, und sie fühlte nicht die Kälte, und sie fühlte nicht ihre schmerzenden Muskeln, und sie fühlte nicht das Brennen des Salzes in ihren Augen. Auch fühlte sie das Brennen auf ihren spröden, aufgerissenen Lippen nicht. Irgendwo zwischen Leben und Sterben brach die junge Frau schließlich ermattet an einem steinigen Küstenstreifen zusammen. Das Schicksal hat es so gewollt, dass die beraubte, niedergedrückte und in größter Todesnot untergetauchte Mutter eines toten Kindes die einzige Überlebende war. Niemand weiß, wie lange sie an diesem Strand gelegen und geschlafen hat. Ihre nassen Kleider waren alles, was sie noch besaß.

 

Als sie am Mittag erwachte, setzte sie sich hin und starrte lange aufs Meer hinaus. Sie hat das Meer geliebt. Jetzt war es das Grab ihrer Tochter geworden. Es war das Grab der alten Mutter geworden, die sie mit ihren Blicken umarmt hatte, als sie von der Bordwand der Barke fallen wollte. Und es war das Grab einer geheimnisvollen Frau geworden, die am Bug des Bootes gesessen, und die es scheinbar genossen hatte, wenn der Wind ihr Haar liebkoste. Auf einmal schoss ein Feuerpfeil durch ihr Herz, als ihre Augen das Safrangelb des Kleides der Fremden erblickten. Sie stand auf und eilte zu dem leblosen Körper hin, den das Meer an den Strand geschwemmt hatte. Sie gedachte der heimlichen Freude dieser Frau, als der Wind mit ihrem Haar spielte, und sie gedachte des schrillen Schreis, mit dem die Frau in Safran sich zwischen die fremden Matrosen fallen ließ, während das Schaukeln des Boots sie selbst von der Bordkante geschleudert hatte. Und sie gedachte der Männer, die Opfer ihrer eigenen Gier geworden waren. Und sie gedachte ihrer letzten elenden Habe, die vor ihren Augen im Meer versunken war, während ein grober Matrose lachend ihre silberne Kette in seiner Hand hielt. Sie dachte daran, wie die Männer sie immer wieder untergetaucht hatten. Und im Geist sah sie ihre kleine Tochter, die sich mit ihren kleinen Händen an dem Schränkchen festgehalten hatte, und die ihren Blick nicht von ihr weichen ließ, bis die Wellen über ihrem Kopf zusammen schlugen. Da stahl sie der Toten das mit Safran gefärbte Kleid und zog es an, und sie öffnete ihr Haar, damit die Sonne es trocknen möge.

 

So ging sie aufrecht schreitend zum Hafen, den sie in der Ferne vor sich liegen sah. Und der Wind spielte mit ihrem offenen Haar. Auf ihren lächelnden Lippen lag eine stumme Lüge. Die Männer lachten freundlich, als sie die junge Frau sahen. Da rief einer: „Du! Schöne! Komm und begleite mich. Ich fahre hinaus zum Fischen.“ Die Frau dachte an das kleine Licht, das sie zu diesem Dorf geleitet hatte, und so ging sie mit. Als der Fischer mit der jungen Frau abends zum Hafen zurück kam, gab er ihr Fische, und sie ging. In der Nacht versteckte sie sich in einer kleinen Felsenhöhle, und sie deckte sich mit ihrem alten Wollkleid zu. Am nächsten Tag ging sie wieder zum Hafen. Als der Fischer erneut nach ihr rief, ging sie weiter. Die anderen Männer lachten. Der Fischer aber rief ihr böse Worte hinterher. Das gefiel dem Kaufmann, der am Hafen seine Waren feilbot. Mittags, als alle ruhten, schlich er zu der Frau in Safran und sagte: Komm mit in meinen Wohnwagen. Ich will in die Stadt fahren, bevor es dunkel wird. Nachts sind die Straßen gefährlich. Du wirst froh sein, wenn du bei mir bist.“ Da ging sie mit. Sie gedachte der Dinge, die ihre Mutter sie gelehrt hatte: Wie eine feine Frau sich bewegt, wie sie spricht, wann sie schweigt und wie sie isst. So kam es, dass der Kaufmann sie viele Tage lang in seinem Wohnwagen mitnahm. Bevor er die Stadt erreichte, wurde sein Herz fröhlich. Er sagte: „Noch eine Nacht, dann erreichen wir die Stadt“. Da sprang sie auf einem holperigen Weg heimlich vom Wagen und versteckte sich im Gebüsch. Als der Wagen nicht mehr zu sehen war, trat sie hervor. Versonnen hörte sie den wilden Schwänen zu, die das Lied ihrer Heimat sangen. Und sie sprach in ihrem Herzen. So wie die wilden Schwäne will ich sein. Fliegen sie auch noch so weit, so finden sie stets die Heimat wieder.

 

Da setzte sich ein alter Schwan neben sie und sprach: „Ich höre die Stimme deines Herzens, Frau. Folge meinem Ruf, und du wirst die Heimat wieder sehen.“ Da folgte die Frau den Schwänen, und so kam sie vor das Nord-Tor der Stadt, hinter dem der Palast des Königs steht. Sie lachte mit dem Teppichhändler, und er schenkte ihr Orangen. Sie aber nahm das Obst und versteckte sich im Torbogen des Palastes. Sie fühlte die Blicke der Wachen in ihrem Nacken. Ihren Blick aber wandte sie nicht um. Als sie gegessen hatte, wie sie es von der Mutter gelernt hatte, tupfte sie mit einem Zipfel ihres Ärmels ihre Lippen trocken, denn ein Tuch hat sie nicht mehr besessen. Erst als sie das Knirschen von Kies unter dem Stiefel eines Soldaten hörte, wandte sie ihren Blick. Mit einem schrillen Schrei sprang sie auf, als wolle sie fliehen. Da griffen die Wachen nach ihr und brachten sie vor den König.

 

Der weise König aber lachte: „Wen bringt Ihr mir da, eine Fürstin im mit Safran gelb gefärbten Gewand einer Hure?“ Die Frau neigte ihren Blick und schwieg. Das weckte die Neugier des Königs. Er befahl seinen Wachen: „Bringt einen kleinen Tisch mit Obst und Käse, und bringt mir von dem süßen Brei!“ Der König fragte, und die Frau antwortete. Sie sprach auch von ihrem Unglück, hinter dem schon viele Jahre lagen. Und auf ihren lächelnden Lippen lag eine Lüge. Das weckte die Neugier des Königs, und so begann er zu reden. Er redete noch als die Sonne schon tief stand. Und sie nickte und lauschte seinen Worten. Dann sprach er zu der Frau: „In meinem Turm will ich dich verstecken. Dort wirst du ruhen. Ich aber werde zu meiner Königin gehen.“ Da ging sie in den Turm. Am nächsten Tag kamen die Wachen und führten sie abermals vor den König. Und der König erzählte. So geschah es sieben Tage lang. Dann wurde das Herz des Königs fröhlich, und er befahl seinen Wachen: „Lasst das Weib baden, und dann bringt sie in den Turm zurück.“ Die Frau blickte heimlich um sich, und ein Feuerpfeil schoss durch ihre Brust, als ihr Blick auf das breite Grinsen der Wachen fiel. Aber sie folgte den Wachen. Als sie nach dem Bad zum Turm geführt wurde, glitt ihr Fuß von der Treppe. Und hätten die Wachen sie nicht gehalten, wäre sie von der oberen Stufe in den Kerker gestürzt. So aber kniete sie jammernd und weinend zwischen den Stiefeln der Wachen auf den Stufen. Als man sie hochhob, konnte sie nicht gehen. Sie presste ihre vom Schmerz verzerrten Lippen aufeinander und über ihre Wange lief eine kalte Träne. Die Wachen eilten zum König, um ihm das Unglück zu melden. Die Frau aber entfloh durch das Dunkel der Nacht in den schmalen Gassen der Stadt.

 

Vor dem Gasthaus in dem die reichen Kaufleute Rast machen, brach sie schließlich zusammen. So saß sie da, in dem scharlachrot gefärbten Kleid, das sie für den König trug. Und sie fasste an ihre Schläfe. Da griffen galante Hände nach ihrem Arm, und man führte sie ins Gasthaus. Dort aß sie mit einem kupfernen Löffel dünnen Brei mit Gemüse, Weizen und Fleischbrühe. Und nach jedem Löffel, den sie aß, betupfte sie ihre Lippen mit einem Tuch. Da setzte sich ein Gewürzhändler neben sie. Und als die Nachtwache das Licht löschte, saßen sie noch immer am Tisch und der Mann fragte und die Frau antwortete, so wie ihre Mutter ihr es beigebracht hatte. Und als der Mann nach ihrem Namen fragte, sagte sie: „Sylvia Elysa“. Als der Morgen kam, stieg die Frau, die das mit Safran gefärbte Kleid von Elysia gestohlen hatte, zu dem Gewürzhändler auf den Wagen. Nach drei Tagen erreichten sie den großen Hafen, in dem die Schiffe anlegen, die mit Waren beladen nach Ägypten fahren. Und Sylvia Elysia erzählte dem Kaufmann von den Worten des Königs. Das machte das Herz des Kaufmanns froh und seine Brust schwoll an, und er sprach zur Frau: „Wie ich sehe, hast du viel von mir gelernt, Schiffbrüchige. Du wirst noch viel mehr von mir lernen müssen, damit ich mich deiner nicht schämen muss. Sieh, ich bin klug, denn meinen Besitz habe ich gemehrt. Du aber bist elend und arm. Lerne von mir, deinen Besitz zu mehren. Folge mir stets einen Schritt hinter mir. Achte auf deine Schritte, dass du niemanden verärgerst mit deiner Torheit. Gedenke stets meiner Worte.“ Und die Frau gedachte ihrer Heimat, während sie ihren Nacken vor dem lauten Gebaren des Kaufmanns beugte. Zwischen ihr und der Heimat lag wieder das Meer, das alles in ihr verschlungen hatte. Da setzte sie sich auf die Mauer am Kai und ihr Blick versank am Horizont.

 

Als sie so auf der Kaimauer saß, und als der leichte Wind mit ihrem offenen Haar spielte, setzte sich ein wilder Schwan neben sie und sprach: „Sieh, ich habe dir gesagt, du wirst deine Heimat wieder sehen. Die Heimat ist noch so wie sie war. Du aber bist eine andere geworden. Du hast das Gewand der Anderen angezogen. In deinem Herzen trägst du es noch immer. Deine Heimat wirst du bald sehen, aber du wirst dort nicht mehr zu Hause sein.“ So sprach der wilde Schwan und flog davon. Und die Frau folgte dem wilden Schwan auf einer kleinen Barke. Und ihr Herz wurde froh, denn sie wusste, was in der Heimat auf sie wartet: Ein großes Haus mit kalten Zimmern und das alte zinnoberrote Kleid ihrer Mutter, der Frieden der Einsamkeit, und der Ruf der wilden Schwäne. Und sie wird ihrem Ruf folgen. © Be X., Autorin von „Märchen der Erinnye“

 

Ein Frauenmärchen von Be X. – Autorin von „Märchen der Erinnye“ ISBN 9781500277826
15 Märchen, auch für Mütter und Töchter, mit Vorwort aus feministischer Sicht
Das Märchen von der Frau und den wilden Schwänen ist nicht in dem Buch enthalten.
Das gibt es nur im Internet ;-)
 
 
 
 
Bilder Wallpapers Briefmarken/Stambs 4 Emailing 4 Fun - kostenlos zum Mitnehmen
 
Hintergrundbild - symbolträchtiges Farbenspiel Hintergrundbild - wie oben, jedoch dunkler als das Original
Symbol-Charakter der Farben des Märchens
Li.: Symbolträchtiges Farbenspiel: Ihr Kampf ums Überleben im Dunkel der Nacht. Als Negativ erscheint das Bild in hellem Violett, und damit in einer Symbolfarbe des Feminismus. - Mitte: Im Märchen "Die Frau und die wilden Schwäne" besitzen Farben einen hohen sinnbildlichen Wert. Hier sehen Sie die als PC-Hintergrundbild abgedunkelte Variante des kleineren Originalbildes am Anfang des Märchens. Re.: Das dritte Motiv ist am Ende des Märchens nur angedeutet: Die Rückreise. Diese tritt sie an, auf einer kleinen Barke (kein Luxusliner - suggestiv ohne den reichen Kaufmann), aber mit einer neu gewonnenen Erkenntnis im Herzen. Diese Erkenntnis habe ich mit der Kokarde im Hintergrund symbolisieren wollen. Die Farbe Grün steht für die Heimat- und Naturverbundenheit der Frau. Auch die wilden Schwäne stehen für Naturverbundenheit, aber viel mehr noch für Weisheit und wilde Romantik. Die Farbe Safran-Gelb ist im Märchen erklärt und historisch belegbar. Hier steht sie auch für weiblichen Patriarchats-Glaube und kapitalistische Verhaltensnormen. Rot: Das Zinnoberrot läßt zunächst eine edle Herkunft vermuten. Später trägt die Frau ein scharlachrotes Kleid für den König. Erst ganz spät, nachdem sich Weisheit und Heimatverbundenheit in Gestalt eines wilden Schwans nochmal zu Wort melden, wird der Frau ihre "edle" Herkunft bewusst, die mit dem alten zinnoberroten Kleid ihrer Mutter symbolisiert wird. Auch das romantisch wirkende Bild, welches die stilisierten Füße einer Frau zeigen, erscheint in warmen Gelb-Tönen: Das Matriarchat ist kein umgekehrtes Patriachat, dennoch herrscht eine Matriarchin. Sie ist keine Kapitalistin (was ich auch mit den Hinweisen auf die Armut der Frau ausdrücken möchte). Aber dennoch benötigt eine Herrschaft ein Maß an wirtschaftlichen Mitteln. Eine Patriarchin ist nicht nur "rot", erotisch. Sie kann auch wirtschaften ...zum Wohle der Gemeinschaft. Mehr darüber findest Du unter den Gratis-Pics - sowie hier: Matriarchat  Ganz bewusst habe ich hier das Purpur-Violett des Kaisers "nicht angefasst". Ich habe es nicht verwendet. Ein Kaiser/Caesar steht für mich für Patriarchat und für militärische Stärke. Für diese Dinge steht das Matriarchat nicht.
Nichts desto trotz habe ich mir am Anfang dieses Absatzes das "Farben-Spielchen" erlaubt, das Dunkel einer unheilvollen Nacht so zu gestalten, dass das Bild-Negativ ein helles Violett zeigt, die Farbe des Feminismus, der auch den gewaltlosen Kampf für die Rechte der Frau einschließt. Dieses gewaltlosen Kampfes wegen, habe ich mich entschieden, die Farbe Lila indirekt in einem Bild zum Märchen unterzubringen. Das "feministische Lila" ist das Bild-Negativ einer "unheilvollen Nacht", ein Versuch, das Unheilvolle ins Gute umzukehren. Das helle "Himmel-"Blau bedeutet Aufatmen und Freude, das dunkle Blau indes, weißt auf Kälte und Rücksichtslosigkeit hin.
(Achtung! Nach den Bildchen kommt noch ein Nachwort.)
 

 
 
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(Nachwort:)

Die Matriarchin das Matriarchat - Wir leben im Patriarchat   ...heute

Wir werden alle nicht als Matriarchinnen geboren. Eine kleine Definition einer Matriarchin, im Privaten, inmitten patriarchaler Einflüsse und Reaktionen auf die Emanzipation der Frau:  Eine Matriarchin ist absolut, ganzheitlich, allumfassend, total. Sie ist eine Feministin und sie ist eine Frau. Sie ist eine Fürstin und eine Gärtnerin. Sie ist eine Mutter, eine Gebärende und eine Herrin. Sie ist konsequent, weise, fleisig und kreativ. Wer führen will, muss auch gehorchen können: Eine Matriarchin gehocht dem Wohl ihrer Gemeinschaft. Sie dient dem Frieden. Einen Patriarchen duldet sie nur neben sich, wenn er dem Wohl der Gemeinschaft und dem Frieden dient. Eine Matriarchin ist mit dem Dunkel vertraut, aber sie richtet ihren Blick auf das Licht.
 
 
Diesem tollen Bild folgen, stellvertretend für viele, nur zwei interessante Links zum Matriarchat. Der Hinweis, dass der (Kunst-)begriff des Matriarchats zu gerne dem Feminismus zugeschrieben wird, erscheint hier beinahe lapidar. Dennoch finde ich ihn wichtig. Zuerst war das Matriarchat da, dann der Feminismus, und dieser wiederum auf das Patriarchat folgend.
Ich bin der Meinung, patriarchale Tendenzen nehmen zu, als "Rache" für die Emanzipation der Frau. In meinem Vorwort zu "Märchen der Erinnye" bin ich darauf eingegangen. - Aber nein, wenn Sie sich fürs Thema interessieren ohne die Märchen "haben" zu wollen, müssen Sie das Buch nicht kaufen. Auch auf meiner Webseite b-naporra.de bin ich darauf eingegangen (unter Märchen-der-Erinnye und in der englischsprachigen Unterseite No-Fairytale - mit deutscher Version im unteren Teil der betreffenden Seite). Ich verzichte hier auf eine Dopplung des Textes. Die Märchen können Sie dort übrigens auch online lesen.
Märchen deuten nur behutsam, in einer bildhaften Sprache, ihr Anliegen an. Hier, in dem Märchen von der Frau und den wilden schwänen, habe ich versucht, mit dem alten roten Kleid der Mutter behutsam einen Hinweis auf eine alte Matriarchin zu geben, ohne zu verschrecken. Ich hoffe, es ist mir gelungen...
Ich denke, für ein Märchen ist Behutsamkeit wichtig, denn Märchen sollen das Schweigen öffnen, sie sollen es nicht brechen wie eine feministische Streitschrift. Märchen sollen öffnen, nicht polarisieren. Märchen sind in ihrer Prosa daher friedvoll, im Gegensatz zu meinem Vorwort zu Märchen der Erinnye, das eine sehr deutliche Sprache spricht. Ich bin eine Verfechterin einer bewussten Sprache, denn Sprache und Bilder, das sind unsere Waffen im Kampf für mehr Weisheit, Frieden und für die Rechte von uns Frauen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Matriarchat
http://www.hagia.de/matriarchat/matriarchatsforschung.html
Meine o.g. Webseite, Adresse: http://www.b-naporra.de
Moderne Märchen Ma Carpediem  (mit: Märchen der Erinnye/Märchenbücher via amazon)
 
Spannend! Übergang vom Patriarchat zum Matriarchat im Märchen. Hier möchte ich Euch einen super Text empfehlen. Zitat: "...Mit den Tellern wird der vorhandene Platz gemeint sein. Denn Teller gibt es erst seit ein paar hundert Jahren. Nun stellt sich die Frage, für was gab es vor 4000 Jahren nur zwölf Plätze, und was hat die Anzahl 13 zu bedeuten?..." http://www.efodon.de/html/archiv/sonstiges/strueber/1996-SY14%20strueber_matriarchat.PDF
Nachdem ich diesen Text gelesen habe, sehe ich das Märchen Dörnröschen mit anderen Augen. Lasst uns drüber reden.
 
Mehr Infos zum Matriarchat
..und zu der Frage nach dem Warum
 
 
(Bitte vergebe mir meine Bosheit ;-)
 
Eine bildhafte Sprache, Symbole. Heute kommt die Geschichte von Deutschland, dem "Land der Dichter und Denker" als ein Märchen aus einer längst vergangenen Zeit der Meinungs-Unfreiheit und Zensur daher. Und dennoch ist es auch das Märchen von der Pressefreiheit in einer Zeit von Mainstream und "embedded journalism". Dieses (Mode- Un-)Wort entstand in der Zeit des Irak-Krieg. Auf Deutsch: Engebettete Journalisten. Mir fällt dazu das Sprichwort vom Unter-einer-Decke-stecken ein... Ich liebe Märchen... Hm, eigentlich müsste die Briefmarke mit der schwarzen Rose (die auch ein Symbol für Widerstand ist) in der Märchen-Geschichte vom freien Journalismus doch "mit Safran gelb gefärbt sein", oder?
 
B. Naporra
 
 
Übrigens: Diese kleinen Email - Briefmarken sind nicht nur witzig. Du kannst auch kleine Botschaften darin verstecken. Auf meiner Website: www.b-naporra.de gibt es davon ganz viele...
 
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